St.Cosmas und Damianus


Kirchenhistorie
Geschichte - Pfarrer - Pfarrhaus - Kevelaer -
St.Cosmas & Damianus - Giersbergkreuz -
Kapelle


Geschichte
Das Gotteshaus bei "Glessike" wird erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt. Es handelte sich hierbei um eine kleinere romanische Kapelle aus Tuff, Wacke und römischen Ziegeln. Ein 8 m langer und 0,5 m dicker Mauerrest dieser ersten Kirche wurde bei den Erweiterungsarbeiten von 1908 freigelegt. Diese kleine Kirche genügte bei den damaligen Ansprüchen für Glesch ungefähr 450 Jahre. In einer Epoche reger Bautätigkeit entstand dann im Jahre 1493 die neue gotische Kirche mit dem heutigen Turm. Sie erreichte in ihrer Längsachse 19 m und war 14 m breit. Als Baumaterialien wurden Tuff und der zur damaligen Zeit neuartige Backstein in Wechselschichtbauweise verarbeitet.

Zwischen 1543 und 1553 führte Kaiser Karl V. Krieg gegen Herzog Wilhelm von Jülich. Dabei wurde unsere Kirche durch einen Brand schwer beschädigt.
Ein zweites Feuer knapp hundert Jahre später brannte die Glescher Kirche bis auf die Umfassungsmauern nieder. Verursacher waren plündernde Soldaten, die als Alliierte der Franzosen im Jahre 1642 die Truppen des Kaisers besiegt hatten. Erst um die darauffolgende Jahrhunderrwende konnte die Kirche wieder einigermaßen hergerichtet werden. Als Beleg dafür dienen Tonkrüge aus der Zeit um 1700, die unter der Kirche gefunden wurden, obwohl sie nie zum offiziellen Inventar gehörten. Sie stammen aus den legendären Töpfereien von Frechen und Raeren (Belgien). Die mit dem Aufbau beschäftigten Arbeiter haben die Krüge vermutlich als Trinkgefäße mitgebracht. Im Jahre 1837 wurde die Kirche, die bis dahin formalrechtlich "filialis curata" von Paffendorf war, endgültig zur selbständigen Pfarre erhoben. Die vorangegangenen Wirren der napoleonischen Truppenbewegungen (zwischen 1795 - und 1815) hatte die Kirche gut überstanden.
Am 2. August 1908 wurde dann auf Initiative von Pfarrer August Hülsebusch feierlich der Grundstein zu einer umfassenden Erweiterung gelegt. Diese fiel mit einem dreiteiligen Chor, einem geräumigen Querschiff und einer zweiten Sakristei recht großzügig aus: "Die neue Kirche von Glesch - das bitten wir von Gott - rage über unser Dorf, rage über Zeiten, reich an Menschenfrieden, reich an Gottesfrieden bis an das Ende der Tage."
Im Jahre 1945 konnte Glesch aufatmen: Dem Schicksal fast aller Nachbargemeinden, die kurz vor Kriegsende ihre Kirchturmglocken zum Einschmelzen nach Kall in der Eifel abführen mußten, war man entronnen.

Ende der 50er Jahre diesen Jahrhunderts wurde die Orgelempore eingebaut und die Kirche mit neuen Fenstern verschönert. Die gestiftete Kanzel gibt es inzwischen nicht mehr. Teile dieser Kanzel wurden in den neuen Aufbau des jetzigen Hochaltars verarbeitet, so z.B. die vier Evangelistenfiguren.

Die steinernen Weihwasserbecken in den Seitenschiffen stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind wohl die ältesten Ausstattungsstücke. Einige Kirchenbänke aus Eichenholz stammen noch aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im zweigeschossigen Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert befinden sich 4 Glocken. Die älteste Glocke wurde im Jahr 1750 gegossen, hat einen Durchmesser von 101 cm und wiegt 600 kg. Die zweite Glocke stammt aus dem Jahr 1780, Durchmesser 88 cm, 380 kg schwer; die dritte aus dem Jahr 1786, Durchmesser 62 cm, 140 kg. Eine vierte Glocke komplettierte das Geläut erst 1964; diese Glocke wurde den Patronen der Kirche geweiht.

(1964: Die Tagespresse berichtet...
Ihren großen Tag hat am morgigen Sonntag die Pfarrgemeinde Glesch. Zu den drei 200 Jahre alten Glocken der Pfarrkirche kommt eine vierte hinzu. Die Weihe der Glocke, die den.
Pfarrpatronen Cosmas und Damianus gewidmet wird, nimmt Dechant Oehm am Nachmittag um 15.15 Uhr vor.
Außerdem hat Orgelbaumeister Ernst Weyland inzwischen die in mehreren Etappen vorgenommenen Renovierungsarbeiten an der Orgel abgeschlossen. Auf 18 Register erweitert, wird auch die Orgel am Sonntag geweiht. Zu dem festlichen Anlaß wird Domorganist Professor Josef Zimmermann auf der neuen Orgel spielen.
Die neue Glocke, die 220 kg schwer und auf den Ton C gestimmt ist, wird die drei vorhandenen und unter Denkmalschutz stehenden Glocken mit den Tönen A, C und Es harmonisch ergänzen. Sie wurde von derselben Glockengießerei gegossen, die auch schon in den Jahren 1750, 1780 und 1786 die vorhandenen Glocken hergestellt hatte. 25 Erwachsene und 25 Entlaßschüler der Pfarrei hatten kürzlich die einmalige Gelegenheit, dem Guß ihrer neuen Glocke in der Gießerei Mabilon & Co. in Saarburg beizuwohnen.
Anschaulich schilderte Hans Halbekann das eindrucksvolle Erlebnis des Glockengusses: "Die Pfarrangehörigen versammelten sich um die Glockengrube. Über dem Ofen, in dem die Glockenmasse 8üssig gekocht wurde, stand eine Statue des hl. Josef mit zwei brennenden Kerzen. Die Atmosphäre war feierlich wie in einer Kirche, und man hatte nicht mehr den Eindruck, in einer rußigen Fabrik zu sein".Dem Glockengießen konnten in früheren Zeiten die Pfarrangehörigen insgesamt beiwohnen, weil der Glockenguß von wandernden Glockengießern direkt vor der betreffenden Kirche vorgenommen wurde. (Foto: Pfarrer Heinrich Piel (rechts) und Hans Halbekann testen im Jahre 1964 den Klang der neuen Glocke)

Die im Eingangsbereich am Hauptportal befindliche Gruppe aus drei Holzfiguren "Heilige Familie" stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Engel "St. Michael" über dem Südlichen Seitenportal ist aus Lindenholz geschnitzt, 18. Jahrhundert.
Aus dieser Zeit sind wohl auch die beiden Holzfiguren der Heiligen Cosmas und Damianus an den beiden vorderen Säulen.
In der "Marienkapelle" stehen die Figuren der Heiligen Aloisius (mit Kreuz) und Antonius (in Kutte, mit Kind).
Die Figur des hl. Cosmas (o. Damianus) mit Arzneigefäß befindet sich über dem alten Weihwasserbecken.
Links unter der Orgelempore, der Kirche zugewandt, wurde eine Figur des Patrons der Schützenbruderschaft, des hl. Sebastian (neueren Datums), 1988 angebracht.
Das alte Vortragekreuz aus Holz in der Taufkapelle entstammt der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die steinerne Figur des hl. Ordensgründers und Diakons Franz v. Assisi aus dem 19. Jahrhundert steht außen an der Südseite der Kirche.
Die Kirche wurde Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre umfassend und gründlich renoviert.
Kapelle
05. Oktober 2001 (Kölnische Rundschau)

Marienkapelle eingesegnet - Viele Glescher packten beim Bau mit an - "Ort der Besinnung"
Bischof lobte Einsatz

Halb Glesch hatte sich auf den Weg zur Einweihung der neuen Marienkapelle gemacht. Und nicht nur die Glescher Bürger waren stolz auf ihr neues kleines Gotteshaus an der Peringser Straße. "Als Bürgermeister bin ich stolz auf das, was die aktive Gemeinschaft der Glescher hier erstellt hat", freute sich auch Jürgen Peters. Peters erinnert sich noch genau daran, wie die ersten Schritte zum Bau der Kapelle unternommen wurden. "Plötzlich läutete bei mir das Telefon, und Gleschs Ortsvorsteher Ferdi Dresen erzählte mir von der Idee, hier eine kleine Wegkapelle zu bauen. Anfangs war ich jedoch noch etwas skeptisch." Die Skepsis wich aber schnell, und das Ergebnis ist "ein gelungenes Werk, ein Ort der Besinnung", lobte Peters das Engagement.
Auch Weihbischof Friedhelm Hofmann, der zur Segnung der Kapelle in den Bergheimer Stadtteil gekommen war, freute sich über den "beispielhaften Einsatz der Glescher". "Gerade in einer Zeit, in der wir in unserem Frieden bedroht sind, ist das ein wichtiges Zeichen", sagte der Weihbischof. "Dass eine Pfarrgemeinde hingeht und eine solche Kapelle baut, das habe ich bisher erst dreimal erleben dürfen", so Hofmann weiter.

Die Grundfläche der Kapelle ist drei mal dreieinhalb Meter groß. Der Grundstein wurde im März gelegt. ,,Ohne den tatkräftigen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre der Bau der Kapelle nicht möglich gewesen", weiß Diakon Barthel Held.
Gemeinsam mit Ortsvorsteher Dresen und Ehrenbrudermeister Paul Schmalz hatte er die Idee zum Bau der Marienkapelle.

Die Marienfigur in der Kapelle wurde von einer Frau gestiftet, die nach Angaben von Held aber anonym bleiben möchte.
"Im nächsten Jahr wird die Fronleichnamsprozession die Kapelle aufsuchen, und die Kevelaer-Pilger werden dort ihre Wallfahrt starten", sagte Held. "Außerdem soll die Kapelle ein Ort der Besinnung sein."
Ein Ort der Besinnung war die Kapelle kurz nach der Einsegnung nicht. Der Diakon hatte den anwesenden Glescher Kindern erlaubt, selbst an der kleinen Glocke zu läuten. Und das taten sie dann auch mit aller Kraft und entsprechend lautstark.

Mariendarstellung in der Kapelle Glesch

Im Mittelalter hatten vornehme Frauen in der Stadt oder auf einer Burg, das Recht, verfolgten Menschen, auch denen die etwas verbrochen hatten, unter ihrem Mantel Schutz zu gewähren. Wenn es einem Verfolgten gelang, sich unter den Mantel einer solchen Frau zu flüchten oder sich daran festzuhalten, durfte er nicht mehr verfolgt oder gar getötet werden.
In großen Städten gab es damals auch viele Waisen. Eine vornehme Frau durfte auch, wenn sie es wollte, um ein solches Kind ihren Mantel legen und damit zeigen: Ich nehme dich jetzt an, wie mein eigenes Kind. Und die Kinder durften diese Frau auch "Mutter" nennen.
Wenn schon eine irdische Frau soviel Ansehen und Einfluss hat, so dachten die Menschen damals, um wie viel mehr unsere himmlische Frau, Maria, die Mutter Jesu! Und so entstanden damals die ersten Bilder der "Schutzmantel-Maria".
Die Figur unserer Schutzmantelmadonna schnitzte der Künstler Andreas Demetz aus dem Grödnertal und wurde von seiner Frau farblich gefasst. Die Figur weist einige Besonderheiten auf, die mit der Stifterin und Diakon Barthel Held abgestimmt wurden.

Maria ist hier bekleidet mit einem goldfarbenen Gewand. Auf dem Kopf trägt sie einen langen gemusterten Schleier und einen Mantel in blauer Farbe. Maria hat ihren Mantel weit geöffnet, damit möglichst viele Menschen darunter Platz finden können. Die Augen Marias scheinen uns anzublicken und sie wirkt dadurch im ganzen sehr freundlich und aufgeschlossen. Durch ihren Blick lädt sie uns ein, bei ihr Schutz und Geborgenheit zu suchen. Ihr dürfen wir alles sagen, was uns bewegt, Freude und Leid, Sorgen und Ängste. Sie hört uns und bittet für uns bei ihrem Sohn Jesus Christus. So wie sie ihn beschützt hat, beschützt sie auch uns in allen Gefahren. Maria möchte nicht, dass das göttliche Leben Schaden leidet, das wir seit der Taufe in uns tragen, und dass unsere Beziehung zu ihrem Sohn Jesus zerbricht.

Unter ihrer rechten Mantelhälfte sehen wir vorne kniend den heiligen Josef, mir den Attributen des Zimmermanns. Der hI. Josef gilt unter anderem als Patron der Kirche, der Eheleute, der christlichen Familie und der Sterbenden. Die Gläubigen wenden sich in verzweifelten Nöten und in der Sterbestunde vertrauensvoll an ihn.
Im Monat März erfährt der hI. Josef in Glesch eine besondere Verehrung.
Der hl. Bernhard von Clairvaux, erkennbar am weißen Mönchsgewand und dem Abtsstab, ist der zweite Heilige. Die Leidenswerkzeuge Christi, Lanze nnd Rohr mit Schwamm, kennzeichnen ihn als innigen Verehrer des Leidens Jesu.

Über ihm einer der volkstümlichen Heiligen, der hl. Antonius von Padua. Er gilt vor allem als "Helfer" beim wiederfinden verlorener Sachen. Seit dem 17. Jahrhundert findet man die "Antoniusdienstage"; sie sind ihm geweiht, weil sein Begräbnistag ein Diensrag war. In Paffendorf erfährt der Heilige auch heute noch eine große Verehrung, nichr zuletzt durch die traditionellen Antoniusandachten.

Vorne unter der linken Mantelhälfte flüchtet sich die hI. Theresia von Lisieux. Die Rosen weisen hin auf eines ihrer schönsten Worte, das wie ein Stern über ihrem Leben strahlt. ,,Ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun. Wenn ich im Himmel bin, werde ich Rosen auf die Erde regnen lassen." Theresia hat die Sprache des Herzens nichr nur verstanden, sie hat sie selbst gesprochen und wurde so für viele - bis heute - zum Vorbild und zur Fürsprecherin.

Hinter ihr findet der selige Karl Leisner seinen Platz. Mit seiner Seligsprechung am 23. Juni 1996, wurde Leben und Wirken dieses Christuszeugen durch die Kirche offiziell gewürdigt. Galt die Sorge Karl Leisners vor allem der Katholischen Jugend seiner Zeir, so werten der "Internationale Karl Leisner Kreis" und die "Internationale Schönstattbewegung" seine Seligsprechung als ein Geschenk an die heutige Jugend, die sich bei der Glaubens- und Sinnsuche für ihr eigenes Leben an diesem Vorbild orientieren kann.
Diese heutige Jugend symbolisiert das ballspielende Mädchen zu Füßen Marias.

Der Specht unter dem linken Arm Marias steht für das inständige Gebet. So wie der Specht inständig gegen den Baum klopft, sollen auch wir immer wieder das Gebet an Gott, auch durch Maria, richten.

Der Igel im Vordergrund frisst eine kleine Schlange - die Schlange als Symbol für das Böse. So soll durch das Gebet auch das Böse von uns, von unseren Gemeinden abgehalten werden.

Die Eidechse sucht das wärmende Licht und steht somit für die Sehnsucht der Gläubigen nach dem ewigen Licht.

Die Darstellung der Tiere zeigt daher symbolhaft auch den Grund zur Errichtung der Glescher Marienkapelle.

Pfarrer in Glesch
August Hülsebusch
wurde am 21.08.1865 in Ameln geboren. Die Priesterweihe erhielt er am 24.12.1888 in Lüttich. Weitere Stationen seines Wirkens waren Welenraedt, Krefeld und St. Vith. Auch in Glesch erwarb er sich große Verdienste: Er initiierte die Gründung des Müttervereins und die legendäre Erweiterung unserer Kirche im Jahre 1908. Sein Tod am 18.11.1911 traf die Gemeinde hart. Die Grabinschrift "Unser lieber Pfarrer" unterstreicht seine große Popularität.
Ferdinand Kauren
am 01.02.1867 geboren, wurde am 15. August 1892 zum Priester geweiht. Am 27. Februar 1912 trat er den Dienst in unserer Gemeinde an. Er war jedoch nur wenige Monate in Glesch tätig, denn er starb völlig unerwartet noch im Dezember deselben Jahres.
Heinrich Höven
wurde am 20.11.1868 in Krefeld geboren. Die Priesterweihe erhielt er am 15.08.1893. In Glesch war er zuerst Pfarrverwalter, ab 1913 dann auch Pfarrer. Nach seiner Zeit in Glesch unterrichtete er als Religionslehrer an einer Mittelschule bei Gladbach.
Robert Franz Werr
geboren am 12.02.1878 in Düren, erhielt seine Weihe am 29.03.1903. Am Anna-Gymnasium in Düsseldorf war er als Religionslehrer tätig. Seit dem 18.06.1915 war er Pfarrer in Glesch. Am 14.08.1926 ging er schließlich in den Siegkreis nach Spich. Dort starb er am 24. November 1943.
Franz Karl Küsters
kam am 22.04.1887 in Niederkrüchten, Kreis Erkelenz, zur Welt. Am 05.03.1922 wurde er zum Priester geweiht. Nach mehreren Stationen - u.a. Monschau und Wülfrath - war er ab dem 23.01.1936 als Pfarrer in Glesch tätig. Er starb am 09.08.1947.
Georg Helbach, betreute Glesch von 1947 - 1950. (ohne Abb.)
Bernhard Schmitz
war in unserer Pfarrei vom 20.04.1950 bis zum 01.04.1954 tätig. Im Jahre 1953 ließ er das Pfarrhaus renovieren. Er starb am 11.12.1955.
Heinrich Piel
trat am 18.07.1954 seine Nachfolge an. Er war in Glesch als engagierter Verfechter seines Glaubens bekannt und wegen seiner großen Hilfsbereitschaft sehr beliebt. Er ging Ende 1970 in den Ruhestand. Heinrich Piel starb am 03.08.1977.
Leon Wasilewski
geb. am 05.10.1929 in Radliczyce/Polen, Priesterweihe 20.06.1954, war von 1970 - 1995 Pfarrer in Glesch.
Willi Hoffsümmer
Geb. 1941, Studium der Theologie in Bonn, Freiburg i.Br. und Köln.
1967 Kaplan in Düsseldorf-Bilk; von 1971 bis 1979 in der Satelliten-Stadt Düsseldorf-Garath.
Seit 1979 Pfarrer in Bergheim-Paffendorf.
Von 1988 bis 1995 wurden acht Gottesdienste aus seiner Pfarrei im ZDF übertragen. Seine Vortragsreisen führten ihn auch nach Österreich und in die Schweiz. Neben seinen zahlreichen Buchveröffentlichungen gibt Pfarrer Hoffsümmer auch zwei Zeitschriften heraus. Einige seiner Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, u. a. ins Amerikanische, Portugiesische, Finnische, Dänische und in Sprachen Osteuropas.
Seit Ende 1999 sind seine beliebten Kurzgeschichten-Sammelbände erstmals auf CD-ROM erhältlich.

Pfarrer Willi Hoffsümmer wurde 1941 in Hürth geboren. Er hospitierte nach dem Abitur und zu Beginn seines Theologiestudiums an Grund-, Haupt-, Real- und Berufsschulen sowie an Gymnasien. Er wollte neue und anschauliche Methoden kennen lernen und diese praktizieren.
Damals wie heute war sein Hauptanliegen, den Glauben auf interessante und abwechslungsreiche Art und Weise zu verkündigen. Willi Hoffsümmer engagiert sich insbesondere dafür, Familien mit kleinen Kindern sowie Kindern und Jugendlichen den Glauben näher zu bringen, sie zu unterstützen und religiös zu begleiten.
Schon als Diakon baute er in seine ersten Predigten Kurzgeschichten ein. Durch Bücher von Lothar Zenetti und Wilhelm Wilms wurde er angeregt, auch Zeichen und Symbole einzubeziehen - beides "Markenzeichen" seiner lebendigen Predigthilfen. Die Reaktion der GottesdienstteilnehmerInnen auf solche anschauliche und neue Art der Gestaltung war und ist äußerst positiv.
Durch seinen Freund und damaligen Lektor des Matthias-Grünewald-Verlags, Richard Bertram, wurde er ermutigt, seine Ideen niederzuschreiben und so entstand sein erstes Buch "Wir freuen uns auf die Predigt". Mittlerweile sind über 1 Million seiner Bücher verkauft, allein von seinen Kurzgeschichtenbänden 1 bis 5 über 200 000. Zur Zeit sind 73 Titel von ihm veröffentlicht und noch 60 lieferbar. Seine Titel zeigen eine erstaunliche Breite: So schrieb er Kinder- und Jugendbücher, einen Katechismus, Meditationsbücher, aber - gemäß seinem Anliegen - hauptsächlich Bücher für die Gestaltung von Kinder-, Familien- und Jugendgottesdiensten.
Willi Hoffsümmer ist heute Pfarrer in Bergheim - Paffendorf - Zieverich und Glesch. Seine Arbeit in den drei dortigen Gemeinden gibt ihm die praktischen Anregungen und Ideen, die er dann in seinen Büchern festhält. Er schätzt die Mithilfe seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Familienmesskreis, in mehreren Jugendmess- und Kleinkindergottesdienstteams viele Ideen einbringen und so mit für die bleibende Qualität und den ständigen Fluss neuer Ideen für seine Bücher sorgen.

Literarische Veröffentlichungen:

Todesdatum der Seelsorger der Pfarrei Glesch:
Christoph Friedrichs 20.02.1793
Wilhelm Kemmerling 01.11.1806
Heinrich Dunkel 19.11.1878

Quelle: Heimatkalender Glesch 2000
Pfarrhaus
(Foto: Das Pfarrhaus um 1900)
Das alte Pfarrhaus mit Waschküche, Stall, Hofraum und Scheune wurde unter Pfarrer Christoph Friederichs (seine Amtszeit dauerte bis zum 20. Februar 1793) erbaut. Nach 1880 wurde das einstöckige Haus durch ein geräumigeres ersetzt (handschriftliche Aufzeichnungen nennen als genaues Jahr 1886). Vom alten Bau verblieben allerdings noch Waschküche, Toilette, Stall, Hofraum und Scheune. Die Scheune wurde 1915 zum Jugendheim umgebaut. In ihm befand sich u.a. ein großer Saal mit Bühne, der erstmals zu Weihnachten desselben Jahres genutzt werden konnte. Trotzdem hatte die innere Aufteilung des Jugendheims nicht die gewünschte Form, weil es im Vorfeld zwischen Pfarrer und Bürgermeister schwere Meinungsverschiedenheiten gegeben hatte.
Am 28. Februar 1945, am Tag nach dem Einmarsch der Amerikaner, erhielt das Pfarrhaus im Eingang einen deutschen Artillerie-Volltreffer. Die Deutschen hatten sich nämlich am Vortage auf die Wiedenfelder Höhe zurückgezogen und beschossen von dort aus die im Dorf befindlichen Amerikaner. Durch den Artilleriebeschuß entstand am Pfarrhaus großer Schaden.
Im Jahre 1953 - unter Pfarrer Heinrich Schmitz - steuerte die Kasse des Erzbistums 3300 DM zur Renovierung des Pfarrhauses bei: Das Geld wurde u.a. zum zeitgemäßen Umbau des Badezimmers und für die Ausstattung der beiden Vorderräume im ersten Stock mit neuen Fenstern und Zwischentüren genutzt. Die durch Witterungseinflüsse beeinträchtigte Haustür wurde aufgearbeitet.
Bei der Renovierung im Jahre 1971 wurde die Blechverkleidung von den Außenwänden abgerissen, weil sie potentielle Schwachstellen für Regeneinflüsse bot. Gleichzeitig wurde die Heizung erneuert, andere Heizkörper wurden vergrößert. Alle Türen im Pfarrhaus wurden neu angeschafft.
Eine umfassende Instandsetzung erfuhr das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Pfarrhaus in den Jahren 1996 -1997. Das Dachgeschoß wurde bei dieser Gelegenheit zu Wohnräumen ausgebaut.
Seit 1997 wird das komplette Erdgeschoß pfarrlich genutzt (Büros und Sitzungszimmer). Das 1. Obergeschoß und das Dachgeschoß sind die Wohnung des Diakons und seiner Familie.

Quelle: Heimatkalender Glesch 2000
Kevelaerwallfahrt
Die Verehrung der Gottesmutter Maria hat in den letzten Jahren wieder sehr stark zugenommen. Ja, eine seltsame Erscheinung ist es, daß, wo doch gewaltige Stürme des Unglaubens, der Gottlosigkeit und des Hasses heranbrausen und das vorhandene religiöse Leben völlig zu ersticken drohen, die Königin des Himmels immer noch in einem strahlenden Licht erscheint. Ungeachtet ihrer gottlosen Umwelt bekundet eine ungezählte Schar eifriger Marienverehrer laut und öffentlich ihre Treue und Liebe zu Christus und seiner heiligen Mutter: "Maria zu lieben ist allzeit mein Sinn, in Freuden und Leiden ihr Diener ich bin."
Kann es ausbleiben, daß vor genau 225 Jahren, also im Jahre 1775, eifrige Marienverehrer aus der Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damianus sich zu einer Fußwallfahrt nach Kevelaer zusammenschlossen und seitdem immer wieder diesen weiten Weg von etwa 90 Kilometern zur "Consolatrix Amictorum, zur Trösterin der Betrübten" pilgerten, um bei ihr Trost und Hilfe in all ihren Sorgen und Nöten zu erflehen?
Über den Anfang der Fußwallfahrt wissen wir fast nichts; er liegt im Dunkel der Vergangenheit, da keine Berichte aus dieser Zeit überliefert oder bekannt sind. Anlaß soll ein Gelübde nach einer Seuche gewesen sein. In der Kerzenkapelle findet sich wohl ein Wallfahrtsschild zum Gedenken mit der Aufschrift:
- Andenken des Hundertjährigen Jubeljahres der Pfarre Glesch, 1875. -
Im 19. Jahrhundert war jedenfalls eine 4-tägige Fußwallfahrt üblich. Früher wie heure ist der 3. Sonntag im September der Wallfahrtstag in Kevelaer.
Ab wann es keine regelmäßige Fußwallfahrt mehr gab, ist nicht mehr nachzuvollziehen. In der Chronik in Kevelaer ist festgehalten, daß sich zur Wallfahrt der Glescher mit der Bahn oder dem Bus schon immer Pilger aus Paffendorf, Thorr, Elsdorf u.a. angeschlossen haben.
Erzählungen und Berichte aus der früheren Zeit lassen jedenfalls ahnen, mit welchen Strapazen auch die Glescher Wallfahrt verbunden war, denn wir dürfen uns die Wege nicht so sauber und gut vorstellen wie heutzutage, wo alle Straßen, ja sogar Feldwege, asphaltiert sind. Der Weg z.B.hinter Walbeck soll in einem derartigen Zustand gewesen sein, daß man ihn mit einem unserer schlechtesten Feldwege hätte vergleichen können. Dabei muß man bedenken, daß das Schuhwerk damals noch sehr notdürftig war. Es war schon ein großes Opfer, das die Menschen sich zur Ehre der Gottesmutter auferlegten. Heute machen sich neben den Buswallfahrern seit 1997 auch wieder Marienverehrer aus Glesch, Paffendorf und Zieverich (und darüberhinaus) zu Fuß und per Fahrrad auf den Weg nach Kevelaer. Es gilt nun, an die lange und schöne Tradition der Vorfahren anzuknüpfen, damit auch im neuen Jahrtausend die Marienverehrung ihren Platz im Glaubensleben unserer Gemeinden behält.

Quelle: Heimatkalender Glesch 2000
St. Cosmas & Damianus
Die Legende von Sanct Cosmas und Damianus

Cosmas kommt von cosmos, das ist: Bild, oder Zier. Oder als Isidorus schreibt, so ist cosmos ein griechisch Wort und heißt zu Latein mundus: rein. Denn er war ein Vorbild anderen in seinem guten Beispiel, er war geziert mit guten Tugenden und war rein von allen Sünden.

Damianus kommt von damma, das ist ein Tier von großer Demut und Mildigkeit. Oder Damianus kommt von dogma, das ist Lehre, und ana: oben; oder von damium, das ist Opfer. Oder Damianus ist soviel wie domini manus, Hand des Herrn. Denn er war mild in seinem Wandel; die Lehre von oben hatte er in seiner Predigt; er war ein Opfer in der Ertötung seines Fleisches; er war eine Hand des Herrn in den Heilungen, die er als Arzt hat vollbracht.

Cosmas und Damianus waren leibliche Brüder und wurden in der Stadt Aegea geboren von einer heiligen Mutter, die hieß Theodora. Sie lernten die Kunst der Ärzte und empfingen so große Gnade in der Kunst von dem heiligen Geist, dass sie alles Siechtum von Menschen und von Tieren vertrieben. Dafür nahmen sie kein Gut.

Es war eine Frau, Palladia mit Namen, die hatte alles ihr Gut an Ärzte gelegt; zujüngst kam sie zu den Heiligen, die machten sie gänzlich gesund. Da bot sie Sanct Damiano heimlich eine Gabe, die wollte er nicht nehmen. Da beschwur sie ihn mit also schweren Eiden, dass er es endlich nahm, nicht aus Geiz zu der Gabe, sondern dass er ihre Andacht nicht irre und den Namen des Herrn nicht verschmähe, bei dem sie ihn also beschworen hatte. Als das Sanct Cosmas erfuhr, gebot er, dass man den Leib seines Bruders dereinst nicht bei seinem Leichnam sollte begraben. Aber in der Nacht darnach erschien der Herr Sanct Cosmas und entschuldigte den Bruder bei ihm wegen der Gabe, die er empfangen hatte.

Dieser Heiligen Leben kam  vor den Landpfleger Lysias, der ließ sie vor sich bringen und fragte sie, wes Landes sie wären, wie ihre Namen und Gewerbe wären. Da antworteten die Heiligen "Wir sind genannt Cosmas und Damianus; drei anderer Brüder haben wir, die sind genannt Antimus, Leontius und Eupreprius, Arabia ist unser Land; aber wir werben nicht nach irdischem Gut, denn wir sind Christen". Da hieß der Landpfleger ihre Brüder auch herbei bringen, dass sie miteinander den Göttern opferten. Da sie dies Gebot verschmähten, ließ er sie gar schwerlich peinigen an Händen und Füßen; aber sie spotteten seiner Strafen. Da ließ er sie mit einer Kette binden und ins Meer werfen. Aber ein Engel führte sie alsbald unversehrt aus dem Meer und stellte sie wieder vor den Richter. Als das der Richter ansah, sprach er zu ihnen "Bei den großen Göttern, ihr sieget mit Zauberei, dass ihr den Martern entrinnet und das Meer stillet: darum so lehret mich diese eure Kunst, so will ich euch nachfolgen im Namen meines Gottes Adriani". Als er das gesagt hatte, waren zwei Teufel gegenwärtig, die schlugen ihn mit Macht in sein Angesicht. Da schrie er auf und sprach "O ihr guten Herren, bittet euern Gott für mich!" Das taten sie, und die Teufel wichen alsbald von ihm. Da sprach der Richter "Sehet ihr nun, wie meine Götter wider mich erzürnt sind, dass ich sie verlassen wollte; darum so will ich nicht länger leiden, dass ihr meine Götter schmähet". Also ließ er sie in ein großes Feuer werfen, davon blieben sie doch unversehrt, und die Flamme schlug aus von ihnen und verbrannte der Heiden viel, die dabei stunden. Darauf gebot er, dass sie auf die Folter würden gespannt; aber ein Engel hütete ihrer; und da die Knechte sie vor Müdigkeit nicht mehr mochten schlagen, wurden sie wieder vor den Richter gestellt unversehrt. Der ließ nun die drei Brüder in den Kerker schließen; Cosmas und Damianus aber hieß er kreuzigen, und hieß das Volk mit Steinen auf sie werfen. Da sprangen die Steine auf die zurück, die sie warfen, und verwundeten ihrer viele. Da ließ der Praefect voll Zorns die drei Brüder aus dem Gefängnis führen und neben das Kreuz stellen, und hieß vier Ritter auf Cosmas und Damianus, die an dem Kreuze hingen, mit Pfeilen schießen. Doch sprangen die Pfeile zurück und verwundeten viel andere Menschen, die heiligen Märtyrer aber blieben unversehrt. Da der Praefect sah, dass er in allem war überwunden, ward er geängstigt bis in den Tod, und hieß die fünf Brüder des andern Morgens zusammen enthaupten. Die Christen gedachten dessen, was Sanct Cosmas hatte gesagt, dass man sie nicht zusammen sollte begraben, und betrachteten, wie oder wo die Märtyrer wollten begraben sein. Siehe, da kam unversehens ein Kamel des Weges und rief mit menschlicher Stimme, dass man die Heiligen bei einander sollte begraben. Sie litten aber unter Diocletianus, welcher um das Jahr 287 zur Herrschaft kam.

Es entschlief ein Bauer nach vollbrachter Arbeit der Ernte auf dem Felde mit offenem Munde; da kroch eine Schlange in seinen Leib. Da er erwachte, empfand er nichts und kehrte heim. Aber da es Abend war, litt er großes Grimmen in seinem Leib und schrie gar jämmerlich und rief Sanct Cosmas und Damianus um Hilfe an. Und da der Schmerz immer größer ward, floh er zu der Kirche der heiligen Märtyrer. Da entschlief er unversehens, und die Schlange ging wieder aus seinem Mund, wie sie gekommen war.

Ein Mann reiste weit hinweg, und befahl sein Weib den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus. Und gab ihr ein Zeichen. wer ihr das brächte, mit dem sollte sie fahren, wenn er sie etwan ließe rufen. Der Teufel aber wußte das Zeichen, das ihr der Mann gegeben hatte, und verwandelte sich in eines Menschen Gestalt, brachte ihr das Zeichen und sprach "Dein Mann schickt mich zu dir von jener Stadt, dass ich dich zu ihm führe". Dennoch war ihr angst, mit ihm zu gehn, und sie sprach "Dies ist das Zeichen wol; doch so bin ich den heiligen Märtyrern Cosmas und Damianus befohlen, darum sollst du mir über ihrem Altar einen Eid schwören, dass du mich sicher führen willst; so gehe ich alsbald mit dir". Da schwur ihr der Teufel, wie sie es hatte begehrt, und die Frau fuhr mit ihm. Aber da sie zu einem heimlichen Orte kamen, wollte der Teufel sie von dem Reittier werfen, dass er sie töte. Als sie das empfand, da schrie sie "O du Gott der Heiligen Cosmas und Damianus, steh mir bei: denn ich habe euch geglaubt und bin mit diesem Menschen gefahren". Alsbald waren die Heiligen da mit einer großen Schar Männer in weißen Kleidern, und kamen ihr zu Hilf, und der Teufel verschwand zustund. Sie aber sprachen zu ihr "Wir sind Cosmas und Damianus, deren Schwur du geglaubt hast, darum kamen wir dir zu Hilfe".

Der Papst Felix, der der achte war vor Sanct Gregorio, baute in der Ehre der Heiligen Cosmas und Damianus zu Rom eine gar edle Kirche. In dieser Kirche diente ein Mann den heiligen Märtyrern, dem hatte der Krebs ein ganzes Bein gefressen. Und siehe, als er schlief, erschienen einst Sanct Cosmas und Damianus ihrem Diener und trugen Salben und ärztlich Werkzeug mit sich. Sprach der Eine zum Andern "Wo sollen wir frisch Fleisch hernehmen, das Loch zu füllen, da wir das faule Fleisch müssen ausschneiden?" Sprach der Andere "Auf dem Friedhof zu Sanct Peter ist heute ein Mohr begraben, der ist noch frisch: von dem hole, was wir für diesen brauchen". Also lief der Eine wol bald zu dem Friedhof und brachte des Mohren Bein; darnach schnitten sie dem Kranken den Schenkel ab und setzten des Mohren Schenkel an die Stelle, und salbten die Wunde mit Sorgfalt; das Bein des Kranken aber taten sie an des Mohren Leib. Als der Mann erwachte und keinen Schmerz empfand, griff er mit der Hand an die Hüfte und fand sie ohne Fehl. Da zündete er ein Licht an und sah, dass nichts Böses mehr an dem Beine war; und hub an zu zweifeln, ob er es selber wäre oder ein anderer. Aber da er wieder zu sich kam, da sprang er in Freuden aus seinem Bett und erzählte den Menschen, was er im Traum hatte gesehen, und wie er wäre geheilt worden. Die sandten eilends zu dem Grab des Mohren und fanden den Schenkel des Mohren abgeschnitten, und den des Geheilten in sein Grab gelegt. 

Quelle: 'Legenda Aurea' siehe www.heiligenlexikon.de

Euch gilt heut unser Ehrengruß,
Sankt Cosmas und Damianus!
Ihr lebtet christlich, gut und rein,
sollt darum unser Vorbild sein.
Helft uns in diesem Erdental,
daß wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal.

Ihr kamt aus gutem Elternhaus,
und teiltet eure Güter aus.
Ihr schenktet euch den Kranken hin,
gabt eurem Leben neuen Sinn.
Helft uns in diesem Erdental,
daß wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal.

Wir ehrten euch hier immerdar.
ward uns als Heil'ge immer nah.
Ihr gabt euer junges Leben hin
gebt uns von eu'rem Opfersinn.
Helft uns in diesem Erdental,
daß wir durch Gottes Gnad und Wahl
zum Himmel kommen allzumal.


Text: Barthel Held
Nach der Melodie "Ihr Freunde Gottes allzugleich..." (GL 608)

Quelle: Heimatkalender Glesch 2000
Die Geschichte des Giersbergkreuzes

(Foto: Giersbergkreuz auf dem Vorplatz des Waldschlößchens)
Jenseits der Erft stand auf dem Vorplatz des Waldschlößchens ein einfaches Holzkreuz aus dem Jahre 1804. Zu dieser Zeit hatte das Rheinland schon lange unter der Fremdherrschaft Napoleons gelitten. Die Besitzverhältnisse des Waldschlößchens selbst lassen sich bis 1896 zurückvervolgen, das Erstgebäude stand vermutlich schon viel länger.

Das Holzkreuz trug die Inschrift:

ANNO MDCCCIIII
POST
DECEM
BE
LLI ANNOS
IN PACE POSI
ITA S
IT
PERI: BROICH
ET M: FRIDERICHS
REN: MDCCCCXXXI

Die Schreibweise beeindruckt dadurch, daß einige Buchstaben stark hervorgehoben sind. Nimmt man diese Buchstaben jedoch heraus und addiert deren lateinische Zahlenwerte, so ergibt auch diese Summe genau die Jahreszahl, die in der Überschrift zu finden ist, nämlich 1804. Die vollständige Übersetzung des Textes lautet in etwa:

Im Jahre 1804
möge es nach
zehn Jahren des Krieges
in Frieden so
aufgestellt werden.
Die Stifter: Broich
und M. Friderichs
erneuert: 1931

Im Jahre 1968 mußte die Siedlung Giersberg wegen des sich nach Westen ausdehnenden Tagebaus endgültig aufgegeben werden. Die 198 Einwohner wurden in Glesch hauptsächlich auf der ehemaligen Wirtschaftsfläche des Kartäuserhofes (entlang der Bahnlinie) angesiedelt. Mit den Siedlern wechselte auch das Giersbergkreuz seinen Standort. Es steht heute am Ende der Frankenstraße - mitten in der neuen Heimat der ehemaligen "Giersberger".

Quelle: Heimatkalender Glesch 2000